Der seit 1960 in New York tätige Amerikaner Thomas Gentille – 1936 in Mansfield, Ohio, geboren – ist einer der führenden Schmuckkünstler nicht nur in den USA, sondern weltweit. 2016, das Jahr seines 80. Geburtstags, hat Die Neue Sammlung zum Anlass genommen, den Mitbegründer des Autorenschmucks in Amerika zu seiner weltweit ersten umfassenden Ausstellung über sein Lebenswerk einzuladen. Zu sehen sind 180 Schmuckobjekte, Zeichnungen und ein von ihm konzipierter und umgesetzter Film über die beiden wichtigsten Städte in seinem Leben: New York und München.
 
Neuartige Kunststoffe, massives Aluminium und unterschiedlichste Hölzer – Pappmaché, Sägemehl, Seidenfäden, alte böhmische Glaskugeln und Luft statt Gold, Silber und Edelsteinen.
 Gentille gilt als einer der ersten amerikanischen Schmuckkünstler, der in dieser Konsequenz seit 1960 unedle Materialien einsetzt und damit die Wertigkeit von Edelmetallen bei der Schmuckgestaltung und -bewertung in Frage stellt. Hochkarätiges Gold dient allein für die Broschierung auf der Rückseite. Das Stück an sich, seine künstlerische Aussage und seine Qualität stehen für Thomas Gentille immer und unumstösslich im Vordergrund. Jedes Stück ein Unikat und handwerkliches Meisterstück – egal ob Brosche, Hals- oder Armschmuck – einzigartig in seiner Nähe zu Skulptur und Architektur. Aus denselben Gründen verweigert Gentille eine Datierung seiner Schmuckarbeiten, die ein frühes Stück allein wegen seines Alters eventuell wertvoller erscheinen lassen könnte als ein jüngeres.

Berühmt sind seine Arbeiten in „Eggshell“-Technik, die auf geheimnisvolle Art und Weise auch ohne Verwendung der alten asiatischen Lacktechnik ein Oberflächen-Krakelée auf seinen Arbeiten entstehen läßt – es bedurfte Jahre des Ausprobierens und Erlernens dieser Technik, um – mit seinen Worten zu sprechen – der „soul of material“ endgültig habhaft zu werden.
Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler und wird im zweiten Obergeschoss der Rotunde in der Pinakothek der Moderne eingerichtet.
Stücke von Thomas Gentille finden sich unter anderem im Metropolitan Museum of Art, New York, Cleveland Museum of Art, Philadelphia Museum of Art, Museum of Fine Arts, Houston, National Gallery of Victoria, Melbourne, Victoria & Albert Museum London und in der Neuen Sammlung in München.
 
Unser Dank gilt Arnoldsche Publishers, Stuttgart, Danner-Stiftung in München und dem Maurice English Poetry Award überreicht durch Helen W. Drutt English und H. Peter Stern, USA.
 
In der Arnoldschen Verlagsanstalt erscheint ein 210 Seiten umfassender Katalog zu Leben und Werk des Künstlers mit einem Vorwort von Angelika Nollert, einem Beitrag von Andrea DiNoto und einem Interview mit Thomas Gentille, geführt von Bettina Dittelmann und Petra Hölscher
 
Pinakothek der Moderne. München
Untitled. Thomas Gentille. American Jeweler
27.02.2016 – 05.06.2016

Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm


Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm
Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm


Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm
Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm


Blick in die Ausstellung. Foto: Patrizia Hamm