Blick in die Ausstellung. Foto: A. Laurenzo


Blick in die Ausstellung. Foto: A. Laurenzo


Blick in die Ausstellung. Foto: A. Laurenzo


Benjamin Lignel. Brosche „Manifest (thank god)“, 2008. Foto: Enrico Bartolucci, Paris


Carla Castiajo. Brosche aus der Serie „Martyrs – Heroes in Paradise“, 2006. Foto: Jon Hertov


Carolina Gimeno. Brosche „Portable pleasure, when intimicy become public No. 11“, 2014. Foto: Carolina Gimeno


Dana Hakim. Halsschmuck o.T., 2012. Foto: Yosef Bercovich


Dovile Bernadisiute. Halsschmuck „Traces of a Floor“, 2015. Foto: Karin Olanders


Eunmi Chun. Brosche „Panda“, 2015. Foto: Christine Graf


Gisbert Stach. Brosche „DE-Schnitzel“, 2015. Die Neue Sammlung – Dauerleihgabe der Danner-Stiftung, München. Foto: Gisbert Stach


Göran Kling. Armschmuck „Replica One“, 2010. Foto: Göran Kling


Hanna Hedman. Halsschmuck aus der Serie „While they await extinction“, 2011. Photo: Sanna Lindberg


Hannah Joris. Anhänger–Brosche–Objekt „Cura Posterior IV (Ni Dieu, ni maître)“, 2011. Foto: David Huycke


Iris Eichenberg. Anhänger „years later“, 2009. Foto: Travis Rozee


Jasmin Matzakow. Halsschmuck „Untamable“ aus der Serie „Ecotechnomagic“, 2018. Foto: Jasmin Matzakow


Jing Yang. Halsschmuck „Ich bin keine Vase“, 2017. Foto: Jing Yang


Katrin Spranger. Anhänger aus der Serie „Best Before“, 2012. Foto: Henning Spranger


Beatrice Brovia / Nicolas Cheng. Brosche o.T. (brooch 00) aus der Serie „Kino“, 2014. Die Neue Sammlung – The Design Museum. Dauerleihgabe der Danner-Stiftung, München. Foto: Beatrice Brovia / Nicolas Cheng


Mari Iwamoto. Brosche „ungefähr Stern“, 2018. Foto: Mirei Takeuchi


Merlin Klein. Anhänger „Bohrkern aus einer Treppenstufe der AdBK München“, 2018. Foto: Karina Hagemann


Nadine Kuffner. Halsschmuck „A jeweller´s Anarchy“, 2017. Foto: Mirei Takeuchi


Nanna Melland. Halsschmuck „687 Years“, 2006. Nordenfjeldske Kunstindustrimuseum, Trondheim, Norwegen. Foto: Mirei Takeuchi


Nicola Scholz. Halsschmuck, 2010. Foto: Mirei Takeuchi


Petra Zimmermann. Brosche „Important Meeting”, 2003. Foto: Petra Zimmermann


Sana Khalil. Brosche „in conflict“, 2018. Foto: Federico Cavicchioli


Shachar Cohen. Brosche aus der Serie „Rated R“, 2018. Courtesy Galerie Rob Koudijs. Foto: Mirei Takeuchi


Sophie Hanagarth. Armband Trap aus der Serie FERS – IRONS (as chains or fetters), 2009–2013. Foto: Sophie Hanagarth


Stefan Heuser. Brosche „Ein Meister Der Selbstbeherrschung Erzählt – Ein Selbstporträt“, 2011. Foto: Mirei Takeuchi


Tarja Tuupanen. Brosche aus der Serie „Notions of skill“, 2013. Foto: Lassi Rinno


Tobias Alm. Brosche „Châtelaine no 14 – Hammer or Flashlight Holder“, 2017. Foto: Tobias Alm


Vivi Touloumidi, Brosche aus der Serie „What will Kosmos say“, 2013 – 2015. Foto: Vivi Touloumidi


Yasar Aydin. Brosche aus der Serie „Layers of Pink“, 2011. Foto: Tobias Alm


Ausstellung: Schmuckismus
Pressekonferenz: 15.03.2019, 11:00
Ausstellungsdauer: 16.03.2019 – 16.06.2019
Eröffnung: 15.03.2019, 19:00
Ort: Die Neue Sammlung – The Design Museum
Pinakothek der Moderne, München
Barerstrasse 40, 80333 München

2019 lädt Die Neue Sammlung mit Karen Pontoppidan (geb. 1968) die renommierte, dänische Schmuckkünstlerin und Professorin der Klasse für Schmuck und Gerät an der Akademie der Bildenden Künste in München als Kuratorin der großen alljährlich stattfindenden Schmuckausstellung in der Pinakothek der Moderne ein.
Die Ausstellung mit dem Titel SCHMUCKISMUS zeigt unter der Glaskuppel der Pinakothek der Moderne Arbeiten von 30 international tätigen Schmuckkünstler/innen. Darunter Werke aus vergangenen Jahren sowie eine speziell für die Münchner Ausstellung entworfene und gefertigte Arbeit. Für alle gezeigten Objekten ist die Auseinandersetzung und Hinterfragung gesellschaftlicher Phänomene charakteristisch. Pontoppidans Konzept zur Ausstellung entstand aus der tiefen Überzeugung heraus, dass die starren politischen und religiösen Ismen der heutigen Zeit einer gründlichen Hinterfragung bedürfen.

„Die Ursprünge von Schmuck gehen Hand in Hand mit der Entstehung der frühesten Zivilisationen. Anthropologen beschreiben den Ursprung von Schmuck häufig als Markierung einer spezifischen Gruppenzugehörigkeit gegenüber anderen Gemeinschaften und gleichzeitig als eine Kennzeichnung von individuellen Positionen innerhalb einer sozialen Gruppenzugehörigkeit. In beiden Fällen könnte man den Akt des Schmückens als politisch beschreiben, da es sich um einen Ausdruck von grundlegenden, gesellschaftlichen Strukturen handelt.
In der heutigen Zeit wird Schmuck oft als ein individueller Ausdruck von Persönlichkeit beschrieben. Dabei wird Schmuck der Privatsphäre zugeschrieben, statt als ein wichtiges, kulturelles Merkmal gelesen zu werden. Jedoch wird spätestens durch die Entwicklung von Queer- und Gendertheorien deutlich, dass das Aussehen des Einzelnen nicht nur als individueller Ausdruck von Persönlichkeit gelesen werden darf. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass normative Denkstrukturen tagtäglich das Spektrum regulieren, in dem Menschen sich schmücken. Das Recht auf ein „schräges“ Erscheinungsbild ist deswegen nicht einfach etwas Individuelles, sondern etwas Politisches und zum Teil auch etwas hart Erkämpftes. Gerade diese Diskrepanz, dass Schmuck oft als privat, nicht aber als gesellschaftliches Sinnbild wahrgenommen wird, macht Schmuck zu einer großartigen Ausdrucksform, kritische Gedanken zu formulieren.
In seiner Historie diente Schmuck immer wieder der Beschreibung von Gesellschaftsstrukturen, weshalb und hierauf Arbeiten entstehen konnten, die das Potenzial von Schmuck für den kritischen Diskurs betonen.
Innerhalb der Entwicklung des Autorenschmucks der letzten 50 Jahre gibt es viele Arbeiten, die kritische Ansätze formulieren, zum Beispiel gegenüber Wertesystemen. Die meisten dieser Objekte haben ihren Ursprung in einem Diskurs, der Teil einer kritischen Beobachtung von Schmucktraditionen ist. In den letzten Jahren kann ein weiterer Ansatz im Schmuck beobachtet werden. In zeitgenössischen Arbeiten einer jungen Künstlergeneration hat sich der Schmuck weitgehend aus der Selbstreflektion gelöst. Stattdessen wird Schmuck direkt als Instrument zur gesellschaftlichen Diskurs verwendet. Themen wie Ökologie, Konsumgesellschaft oder Feminismen werden direkt durch das Medium Schmuck ausgedrückt. Es gibt auch leisere Töne, die jedoch nicht weniger gesellschaftlich relevante Themen im Schmuck ausdrücken, wie zum Beispiel Fragen zu Identitätsbildung oder zum Ist-Zustand des Menschseins im 21. Jahrhundert.
Ganz aktuell kann ein neuer Ansatz beobachtet werden, um Aussagen im Schmuck zu treffen. Oft dient die kulturelle Bedeutung der verwendeten Materialien als tragendes Zitat innerhalb der Arbeiten. Ein anderer Weg ist, den Umgang mit Handwerk und seinen gesellschaftlichen Wert zu hinterfragen oder den Anspruch an die sogenannte gute Form herauszufordern.“ Karen Pontoppidan

Zur Ausstellung erscheint bei Arnoldsche Art Publishers eine ca. 160 Seiten umfassende Publikation mit Beiträgen von Hanne Loreck, Angelika Nollert, Karen Pontoppidan, die Buchgestaltung übernahm Yvonne Quirmbach. Unser Dank gebührt den beteiligten Schmuckkünstlern.

WEITERE INFORMATIONEN
Karen Pontoppidan
karenpontoppidan@yahoo.de
Dr. Petra Hölscher, Die Neue Sammlung
hoelscher@die-neue-sammlung.de
T +49 (0)89 272725-0

PRESSESTELLE
Tine Nehler M.A.
Leitung Presse & Kommunikation
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 29,  80799 München
T +49 (0)89 23805-122
presse@pinakothek-DER-MODERNE.de
www.pinakothek.de/presse

Diese Abbildungen dürfen nur im Zuge der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung honorar- und genehmigungsfrei verwendet werden, sofern der Urhebervermerk korrekt und vollständig angegeben wird (meist: Eigentümer, Copyright Holder, Fotograf).
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