Marokkanische Teppiche faszinierten im frühen 20. Jahrhundert Künstler wie Wassily Kandinski und Le Corbusier und lassen uns heute an Mark Rothko oder Cy Twombly denken. Die Auseinandersetzung mit der islamisch geprägten Kultur Nordafrikas und den Teppichen aus Marokko führt somit zu den Wurzeln für die Kunst der europäischen Avantgarde.
Das islamische Verbot figurativer Darstellungen führte bei den Berbern im Maghreb zu radikaler Abstraktion und einem völlig freien, in unseren Augen modern anmutenden Umgang mit Farben und Formen. In Zeiten der Globalisierung mit zunehmender Dominanz rein westlicher Vorstellungen einerseits und Radikalisierung des Islam andererseits besitzt es hohe Bedeutung, den Blick auf die geistigen Zusammenhänge und den kulturellen Austausch an einer Schnittstelle zwischen Orient und Okzident zu richten.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Sammlung des Münchner Architekten Professor Jürgen Adam. Über Jahrzehnte in Marokko selbst zusammengetragen, handelt es sich um eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen marokkanischer Nomadenteppiche.
Gerade in der Pinakothek der Moderne kann das Thema in besonders eindrücklicher Weise auch die inneren Zusammenhänge zwischen den Kunstgattungen aufzeigen, die die Basis für die Konzeption dieses weltweit einzigartigen, Disziplinen übergreifenden Hauses bilden.
 
Eine Ausstellung der Neuen Sammlung
Unterstützt durch Jan Fischer und PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
Die Publikation entstand mit großzügiger Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung.
 
Pinakothek der Moderne. München
Marokkanische Teppiche und die Kunst der Moderne
14.09.2013 – 05.01.2014


Blick in die Ausstellung. Foto: Rainer Viertlböck


Blick in die Ausstellung. Foto: Rainer Viertlböck