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Hans Theo Baumann. Bordgeschirr für die Lufthansa, 1971 Hersteller: Hutschenreuther-Porzellanfabrik, Selb. Kunststoff, Porzellan Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)


Hans Theo Baumann . Mokka- und Kaffeeservice | mocha and coffee service 13000 „Berlin“, 1956/1957 Hersteller | manufacturer: Rosenthal AG, Selb Porzellan | porcelain Donation des Entwerfers | donation of the designer Foto | photo: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)
Hans Theo Baumann. Mokka- und Kaffeeservice
13000 „Berlin“, 1956/1957, Porzellan
Hersteller: Rosenthal AG, Selb
Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)


Seine Arbeiten haben Geschichte geschrieben. Als „Urgestein des deutschen Design“ wurde er einmal charakterisiert und zählt zu den Protagonisten, die nach dem Zweiten Weltkrieg das Wesen des „Made in Germany“ und der „Guten Form“ geprägt haben. Die Rede ist von Hans Theo Baumann, der – 1924 in Basel geboren – 1959 den Verband Deutscher Industrie-Designer (VDID) mitbegründete. Er arbeitete mit der Elite der deutschen Porzellanindustrie, aber auch mit dem Architekten Egon Eiermann, dessen Bauten für die junge Bundesrepublik Deutschland stehen.
Früh ging Baumann zu Philipp Rosenthal und – nach Indien und Japan. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang prägten seine Arbeiten das deutsche Design, oft prämiert und in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Klare, zeitlose Formen, hohe Funktionalität und ein ganzheitlicher Ansatz charakterisieren sein breit gefächertes Werk.
Zu Baumanns vielen erfolgreichen Produkten gehören auch seine Tafelservice und Porzellanobjekte, Kannen, Tassen und Teller, Leuchter und Vasen. Bereits 1954 verhalf ihm Philipp Rosenthal zu seinem Debüt als Porzellanentwerfer. Neben Rosenthal und Thomas beauftragten ihn Arzberg, Schönwald, Hutschenreuther und die KPM Berlin und andere Unternehmen im In- und Ausland.
Aber nicht nur das serielle Gestalten interessierte Baumann, sondern auch kunsthandwerkliche Kleinserien und Unikate. So entstanden für die Karlsruher Majolika und die japanische Porzellanmanufaktur Fukagawa ganz ungewöhnliche und heute überaus seltene Produkte.
 
Nach der Lehre zum Textiltechniker in der Schweiz und einem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Dresden (1943-46) studierte „Teddy“ Baumann in Basel Grafik und Innenarchitektur an der Gewerbeschule/Schule für Gestaltung. 1953 arbeitete er mit Egon Eiermann in Pforzheim, eröffnete 1955 sein eigenes Studio und gehörte 1959 zu den Mitbegründern des Verbandes Deutscher Industrie-Designer (VDID). Von 1954 bis in die 70er Jahre war Baumann als freier Mitarbeiter für Rosenthal tätig. 1969 erhielt er den Ruf an das National Institute of Design in Ahmedabad, Indien, und 1985 eine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin.
 
Dank der Großzügigkeit und Unterstützung von Hans Theo Baumann gelangte ein repräsentativer Querschnitt seiner Arbeiten als Schenkung an Die Neue Sammlung, die nun erstmals in einer konzentrierten Auswahl gezeigt werden kann.
 
Internationales Keramik-Museum. Weiden
06.07.2014 – 09.11.2014