Exponate aus den Fakultäten Design und Kunst im Eingang zur Ausstellung. Plakat: Pierre Mendell, Mendell und Oberer Graphic Design, München. Burg-Logo: Herbert Post. Foto: Sophie-Renate Gnamm


Die 1915 gegründete Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale – ab 1989 Hochschule für Kunst und Design, heute Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle –  lehrte und lehrt freie und angewandte Kunst sowie Design gleichberechtigt, ähnlich wie es von 1919 bis 1933 das Bauhaus tat oder von 1953/55 bis 1968 die Hochschule für Gestaltung in Ulm.
Mit ausgewählten Beispiele aus der Zeit von 1945 bis 1990 verdeutlichte die Ausstellung die ganzheitliche Konzeption der „Burg“, einer Ausbildungsstätte, die sich auch zu DDR-Zeiten weitgehend der Anpassung entzogen hatte.

In der Eröffnungsrede hieß es: „Ausgangspunkt der jetzigen Ausstellung war, die höchst unterschiedlichen Erfahrungen und Entwicklungen in beiden Teilen Deutschlands nach 1945 an einem Beispiel mit Modellcharakter aufzuzeigen, um so zu einem offenen Diskurs zu gelangen, der stets die Voraussetzung gemeinsamer Arbeit bildet. Während im Designbereich die Entwicklung nach 1945 für die westlichen Bundesländer einigermaßen bekannt scheint, blieben die Überlegungen im Osten bis vor kurzem gänzlich unbekannt.“
Damit betrat die Ausstellung bald nach der Wende Neuland.
Sie wurde in engem Zusammenwirken mit der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein erarbeitet.

Zusätzlich konnte sie vom 26.10. bis 03.11. im Rahmen der „Consumenta ’91“ auf dem Messegelände Nürnberg gezeigt werden. Einerseits bot sich dadurch die Chance, neue Kreise der Öffentlichkeit anzusprechen. Andererseits bedeutete dies auch, dass Die Neue Sammlng erstmals in Nürnberg mit einer Ausstellung präsent war, und zwar einige Wochen vor der Jurierung des Wettbewerbs für den geplanten Museumsneubau, das im Jahr 2000 eröffnete „Neue Museum für Kunst und Design“.


Design und Kunst. Burg Giebichenstein 1945-1990. Ein Beispiel aus dem anderen Deutschland
München
03.07.1991 – 22.09.1991