FUTURO
A Flying Saucer in Town
 
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Pressekonferenz: 30.05.2017, 11:00
Eröffnung: 01.06.2017, 19:00
in Anwesenheit von Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle
Ausstellungsdauer: 02.06.2017 – 03.06.2018
 
In einer Präsentation im Außenbereich der Pinakothek der Moderne würdigt Die Neue Sammlung die Design-Ikone des Space-Age: das 1965-67 vom finnischen Architekten Matti Suuronen entwickelte und ursprünglich als Skihütte konzipierte Kunststoffhaus FUTURO.
 
In Form eines Ellipsoides gestaltet, verkörpert das FUTURO die Zukunftsvisionen der 1960er Jahre, in denen neue Materialien im Zentrum visionärer Entwürfe von mobilen Lebensräumen standen. Geprägt von Zuversicht in Wissenschaft und Technik sowie die Eroberung des Weltraums, symbolisiert das FUTURO das Streben nach neuen, funktionalen, effizienten und massenproduzierbaren Behausungen dieser Zeit.
 
Mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Gesamthöhe von knapp sechs Metern bietet das Gebäude eine ca. 25 m² große Wohnfläche, die in weniger als 30 Minuten mit Strom beheizt werden kann. Das Gebäude ruht auf einem stabilen Stahlrohrgestell. Seine Ausführung ist so gestaltet, dass das Haus auch in unwegsamem Gelände aufgebaut werden kann und extremen Temperaturen genauso standhält wie Erdbeben oder Stürmen. Die Tür fungiert gleichzeitig als ausklappbare Treppe, ähnlich jener von kleinen Privat-Jets, über die man das auf seinem Stahlfundament schwebende FUTURO betritt.
 
Das FUTURO wurde von der finnischen Firma Polykem Ltd. als eines der ersten serienproduzierten Kunststoffhäuser der Geschichte hergestellt und international vertrieben. Seine Wände bestehen aus mit Glasfaser verstärkten Polyesterschalen, die eine Isolierung aus Polyurethan-Schaum sandwichartig umfassen. Um den Auf- und Abbau zu erleichtern, wurde es in 16 Kreissegmenten hergestellt, die vor Ort innerhalb von zwei Tagen zusammengebaut werden konnten. 16 doppelt verglaste Fenster bieten einen Panoramablick. Es existieren leider keine Aufzeichnungen, wie viele FUTURO-Häuser insgesamt verkauft wurden. Eine konservative Schätzung geht von ca. 70 Exemplaren aus, von denen heute ca. 60 erhaltene Häuser bekannt sind.
 
Das Münchner FUTURO-Haus konnte 2016 für Die Neue Sammlung erworben werden und wird nun nach einer umfassenden Restaurierung zum ersten Mal gezeigt. Der kreisrunde, nicht unterteilte Raum enthält, abgesehen von einer umlaufenden Bank, keine Inneneinrichtung. Das Münchener Exemplar des FUTURO wurde zunächst in den frühen 1970er-Jahren von Stiebel Eltron gekauft und auf dem Firmengelände in Vlotho errichtet. 2012 erwarb es das Charles-Wilp-Museum in Witten. Von dort aus gelangte es nun nach München. Der Künstler, Grafikdesigner und Komponist Wilp hatte in den 1970er-Jahren ein leider nicht erhaltenes FUTURO besessen, das Christo 1970 verpackt hatte und in dem Künstler wie Andy Warhol, Claes Oldenbourg und Yves Klein zu Gast gewesen waren.
 
Kuratiert von:
Dipl. Rest. Univ. Tim Bechthold
Dr. des. Caroline Fuchs
Dr. Angelika Nollert
 
PROGRAMM:
Das Haus ist im Rahmen von Führungen (begrenzte Teilnehmerzahl) und Sonderveranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Mehrere „Programm-Satelliten“ begleiten die Präsentation des FUTURO in München.
 
SATELLITEN
„Alles, was Sie schon immer über das FUTURO wissen wollten“ Vortragsreihe mit vier ExpertInnen
Sonntag, 23. Juli 2017, 11:00 – 13:00 und 14:00 – 16:00
Ernst von Siemens-Auditorium
 
SPRECHER:
Dr. Elke Genzel und Dr. Pamela Voigt (Leipzig):
Geträumte Zukunft. Pioniere der Kunststoffarchitektur
Cora Geißler (Berlin):
Das Leben mit dem FUTURO-Haus. Roadtrip zu den FUTUROS in der Welt
Marko Home (Helsinki):
FUTURO World
Dipl. Rest. Univ. Tim Bechthold (Die Neue Sammlung, München):
Keep Watching the Skies. A Flying Saucer Comes to Town
 
„Yesterday’s Tomorrow“
Filmreihe zum Thema Zukunftsvisionen und Science Fiction
Kooperation mit der HFF – Hochschule für Fernsehen und Film München
Freitag, 09. Februar 2018 bis Sonntag, 11. Februar 2018
 
„Happy Birthday, dear FUTURO“
50 Jahre Visionen im Design
Mai 2018
 
Es sind weitere Satelliten geplant, unter anderem mit Markus Acher, Sarah Dorkenwald, Thomas Meinecke, Andreas Neumeister, Louise Schouwenberg, dem Lehrstuhl für Geodäsie der TU München sowie dem Lehrstuhl für Industrial Design der TU München. Das Programm wird in Kürze bekannt gegeben.
 
SOCIAL MEDIA AKTION
„Gestalte Dein Haus der Zukunft“
Parallel zur Aufstellung des FUTURO Hauses vor der Pinakothek der Moderne laden wir die Instagram Comunity ein, ihre Entwürfe und Ideen zum Wohnen der Zukunft mit uns zu teilen.
Hashtag #futuroMUC
 
Medienkooperation: Bayern 2 Zündfunk
 
Die Ausstellung wird gefördert durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. und KONEN.
 
Weitere Informationen:
Dipl. Rest. Univ. Tim Bechthold
Die Neue Sammlung – The Design Museum
T +49 (0)89 272725-0
E-Mail: bechthold@die-neue-sammlung.de
 
Dr. des. Caroline Fuchs
Die Neue Sammlung – The Design Museum
T +49 (0)89 272725-0
E-Mail: fuchs@die-neue-sammlung.de
 
Tine Nehler M.A.
Leitung Presse & Kommunikation Pinakotheken im Kunstareal | Bayerische Staatsgemäldesammlungen Kunstareal | Barer Straße 29 | 80799 München
T +49 (0)89 23805-122 | F +49 (0)89 23805-125
E-Mail: presse@pinakothek.de
 
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Das FUTURO auf der Internationalen Kunststoffhausausstellung (IKA) in Lüdenscheidt 1972 © Stadtarchiv Lüdenscheid, Bildsammlung, Werner Silla
Olotila FUTURO Broschüre, Detail, 1968-1969, veröffentlicht von Polykem Oy Ab, dem Hersteller des FUTURO-Hauses.
© Matti Suuronen, Espoo City Museum
Olotila FUTURO Broschüre, Detail, 1968-1969, veröffentlicht von Polykem Oy Ab, dem Hersteller des FUTURO Hauses.
© Matti Suuronen, Espoo City Museum
FUTURO-Häuser an einem Berghang, späte 1960er Jahre. Das Foto wurde mit maßstabgetreuen Modellen des FUTURO aufgenommen. © Matti Suuronen, Espoo City Museum, Foto: unbekannt
Teile des FUTURO beim Abbau in Witten © Die Neue Sammlung – The Design Museum
Der Aufbau des FUTURO vor der Pinakothek der Moderne
© Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)
FUTURO. Detail © Die Neue Sammlung – The Design Museum