Werner Aisslinger. House of Wonders. Photo: Anna Seibel
Werner Aisslinger. House of Wonders. Foto: Anna Seibel
Werner Aisslinger. House of Wonders. Photo: Anna Seibel
Werner Aisslinger. House of Wonders. Foto: Anna Seibel
Der vielfach ausgezeichnete Produktdesigner Werner Aisslinger (*1964 in Nördlingen, lebt in Berlin) war eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln.
 
Dieses neue, auf jeweils zehn Monate angelegte Format erweitert die Idee einer temporären Ausstellung und verändert das Bild der Neuen Sammlung. Werner Aisslinger ist – nach Konstantin Grcic – die zweite Designpersönlichkeit, die sich mit der doppelstöckigen und von einer Galerie einsehbaren sowie durch zwei Paternoster-Aufzüge charakterisierten Halle auseinandersetzt und so mit den Inhalten seiner eigenen Arbeiten den Diskurs über Display und Museum fortführt.
 
Werner Aisslingers Praxis basiert auf der Idee des Materialtransfers sowie auf der Frage, wie das Leben und Arbeiten von morgen aussieht. Zum einen beeinflussen gesellschaftliche Veränderungen die Wohnbedürfnisse der Menschen, zum anderen kommen immer mehr neue Materialien mit großem Potential auf den Markt, die aus Bereichen der Autoindustrie, der Medizin oder den Biowissenschaften stammen. Werner Aisslinger antwortet mit seinen Objekten des unmittelbaren Wohn- und Arbeitsumfeldes auf diese Herausforderungen. Er ist bekannt durch seine auffälligen und unkonventionellen Lösungen für Produktdesign und Innenarchitektur. Ökologische Strukturen, Themen der Nachhaltigkeit und praktische Aspekte spielen im Entwicklungs- und Herstellungsprozess seiner Objekte die Hauptrolle.
 
Für Die Neue Sammlung verwandelt Werner Aisslinger die Paternoster-Halle in ein lebendiges „House of Wonders“. Die Paternoster-Aufzüge werden Teil einer neuen temporären Architektur aus Pop-Up-Modulen, die veränderliche Wohn- und Arbeitssituationen vorschlägt. Sie wird umgeben von „Micro-Farming“-Projekten, die eine auf den individuellen Bedarf ausgerichtete Produktion von Nahrung und Möbeln vorstellen. Der auch im Alltag wachsende Einsatz von digitaler Technologie, Roboter und Drohne verbindet sich mit einer analogen dekorativen Gestaltung, die das Verhältnis von Big Data und seiner Nutzer auch unter Aspekten der Ästhetik und Emotion prüft.
 
Im Außenbereich der Pinakothek der Moderne setzt sich die architektonische Wohnvision mit dem Gedanken von Mobilität und System fort: Auf der südöstlichen Seite präsentiert sich ab Ende November der Loftcube, der als mobiler Arbeitsplatz und flexible Wohneinheit konzipiert ist. Er wird als Satellit der Ausstellung im Rahmen des Begleitprogramms für die Öffentlichkeit zugänglich sein und gehört zu den bedeutendsten Entwürfen Werner Aisslingers.
 
Pinakothek der Moderne. München
11.11.2016 – 17.09.2017
Loftcube
Führung